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Eine ruhige Abendroutine, die wirklich bleibt

Ein einfacher, anpassbarer Ablauf zum Runterkommen, der aus dem Kampf um acht Uhr den ruhigsten Teil des Tages macht. Und was du tust, wenn doch alles auseinanderfällt.

MarcoBaut Träumli, solo
Eine ruhige Abendroutine, die wirklich bleibt
Eine ruhige Abendroutine, die wirklich bleibt

Es ist acht Uhr, und das Zubettgehen ist mal wieder ein einziges Hin und Her. Auf einmal dieser ganz dringende Durst, ein Spielzeug, das genau jetzt gefunden werden muss, ein kleiner Körper, der auf dem Badezimmerboden plötzlich keinen Knochen mehr im Leib hat. Du machst nichts falsch. Zubettgehen ist einfach anstrengend, und die meisten Tipps drücken dir einen festen Plan in die Hand, der beim ersten Schnupfen oder beim ersten späten Nachhausekommen sofort in sich zusammenfällt.

Darum geht es hier nicht. Was jetzt kommt, ist ein einfacher Ablauf zum Runterkommen, den du dir so zurechtlegen kannst, wie dein Alltag eben ist. Einer, der euch das Abendritual leichter macht, statt dir noch eine Sache aufzuhalsen, an der du scheitern kannst. Das Ziel ist kein perfektes Zubettgehen. Es ist ein ruhigeres, an den meisten Abenden, auf das dein Kind sich verlassen kann.

Warum funktioniert eine Abendroutine überhaupt?

Eine Abendroutine funktioniert, weil dieselben Schritte in derselben Reihenfolge, Abend für Abend, dem Körper deines Kindes sagen, was als Nächstes kommt, und genau dieses Wissen beruhigt. Die Routine übernimmt leise das Überzeugen, damit du dein Kind nicht in die Müdigkeit hineinreden musst.

Du kennst das von dir selbst. Wenn die Schritte vertraut sind, hört der Kopf auf, sich auf das Kommende einzustellen, und fängt an loszulassen. Ein kleines Kind spürt das noch stärker, weil an seinem Tag so vieles unvorhersehbar ist und von anderen bestimmt wird. Das Zubettgehen ist eine der wenigen Strecken, die es sich wirklich merken kann. Beruhigend ist dabei nicht der einzelne Schritt, sondern dass alles vorhersehbar ist. Genau deshalb zählt hier Beständigkeit mehr als Perfektion: Ein schlichter Ablauf, den du fast jeden Abend durchhältst, ist mehr wert als ein aufwendiger, den du ab Mittwoch wieder bleiben lässt.

Wie sieht eine ruhige Abendroutine Schritt für Schritt aus?

Eine ruhige Abendroutine ist ein kurzer, vorhersehbarer Ablauf aus vier oder fünf kleinen Schritten, die von Trubel zu Ruhe führen und mit etwas Sanftem enden, zum Beispiel einer Geschichte. Welche Schritte es genau sind, zählt viel weniger als die gleiche Reihenfolge an jedem Abend. Hier ein einfacher Bogen, den du dir zurechtlegen kannst:

  • Erst wird es ruhig, dann wird es dunkel. Bildschirme früh aus und das Deckenlicht gedimmt, das zeigt schon an, dass der Tag jetzt zu Ende geht, bevor ein einziges Wort über das Bett fällt. Das Runterkommen beginnt mit dem Raum, nicht mit einer Ansage.
  • Halt die kleinen Rituale immer gleich. Zähne, Schlafanzug, einmal den Wasserbecher füllen, jeden Abend in derselben Reihenfolge, damit der Ablauf von allein läuft und nicht an deiner Geduld hängt. Dass es langweilig ist, ist hier kein Fehler, sondern der Sinn der Sache. Abwechslung hilft dir an dieser Stelle nicht.
  • Mach die Geschichte zum ruhigen Anker. Eine Geschichte, im gedimmten Zimmer vorgelesen, wird zum Zeichen, dass der laute Teil des Tages vorbei ist. Deshalb gehört sie ans Ende und nicht in eine Reihe von Dingen, die man sich erst verdienen muss. Halt sie sanft, nicht aufregend.
  • Beende den Abend jedes Mal gleich. Dieselbe letzte Umarmung und derselbe kurze Satz ("Gute Nacht, bis morgen früh") werden zu einem festen Schlusspunkt, den dein Kind wiedererkennt, damit der Abend so endet, wie du es brauchst, und nicht in noch einen Wunsch und noch einen ausläuft.

Das war's. Vier Schritte, vielleicht fünf, in fester Reihenfolge. Du baust keinen Plan mit Uhrzeiten, du baust einen Ablauf, den dein Kind im Dunkeln schon vorausahnt.

Wie gehst du mit schwierigen Abenden und dem Verhandeln um?

Das meiste Hin und Her am Abend kommt von einem unklaren Ende. Die Lösung ist deshalb fast immer dieselbe: das Ende vorher festlegen, laut, solange noch alle ruhig sind. Ein paar konkrete Situationen und was meistens hilft:

  • Das "nur noch eine Geschichte" ohne Ende: Nenn die Zahl, bevor du anfängst, nicht danach. "Heute zwei Geschichten, dann ist Licht aus" macht aus dem Verhandeln eine abgemachte Sache, weil die Grenze gezogen wurde, als noch niemand aufgebracht war. Dieses endlose Betteln gibt es meistens nur, weil das Ende nie abgemacht wurde.
  • Der Abend, an dem alles aus dem Ruder läuft: An den Abenden, an denen dein Kind übermüdet und völlig aufgedreht ist, lass alles weg außer dem Anker. Selbst wenn das Zähneputzen ausfällt und das Zimmer ein Chaos ist, behalt die Geschichte und denselben Gute-Nacht-Satz, damit der Abend trotzdem mit einem vertrauten Ton endet.
  • Unterwegs und an Abenden, die durcheinandergeraten: Nimm eine kleine Version des Rituals mit, nicht das Ganze. Derselbe Gute-Nacht-Satz und dieselbe Art ruhiger Geschichte tragen auch im Gästezimmer bei den Großeltern oder auf der Rückbank im Auto, weil die Routine im Muster steckt und nicht am Ort hängt.

Nichts davon setzt voraus, dass du selbst ruhig bist, und das ist gut so, denn um acht Uhr bist du es oft nicht. Die Routine übernimmt das Beruhigen für euch beide.

Wo passt die Gute-Nacht-Geschichte in die Routine?

Die Geschichte gehört ans Ende, als ruhiger Anker, der zeigt, dass der Tag jetzt zu Ende geht, und nicht als letzte Aufregung kurz vor dem Schlaf. So eingesetzt, hat sie gleich zwei Aufgaben: Sie ist der Teil, auf den dein Kind sich freut, und das Zeichen, dass als Nächstes der Schlaf kommt.

Wichtig ist, dass sie wirklich beruhigend bleibt. Eine laute Geschichte voller Wendungen kurz vor dem Lichtausmachen arbeitet gegen alles, was der Rest der Routine gerade aufgebaut hat. Nimm lieber die sanften, langsamen, gemütlichen Welten, die ruhig auf ein Ende zugehen, statt auf einen offenen Cliffhanger. (Falls du ein paar zum Anfangen brauchst, ich habe eine Reihe von Ideen für Gute-Nacht-Geschichten gesammelt, mit einer Gruppe "Gemütlich und ruhig", die für genau diesen Moment gedacht ist.)

Das ist auch der Schritt, an dem dir ein kleines Hilfsmittel an den leeren Abenden ganz unaufdringlich zur Seite springen kann. Träumli ist eine App für Gute-Nacht-Geschichten, die in ein paar Sekunden eine Geschichte mit deinem Kind als Held erzeugt, und diese Geschichten sind so geschrieben, dass sie sanft landen: Die letzte Seite weist Richtung Schlaf, statt dein Kind noch einmal aufzudrehen. An den Abenden, an denen deiner eigenen Fantasie nichts mehr einfällt, gibt sie dir eine ruhige Geschichte zum Vorlesen, damit der Anker an seinem Platz bleibt. Eine App kann auf Knopfdruck eine neue, sanfte Geschichte erfinden. Aber sie kann nicht die Stimme sein, in der dein Kind sie hören will. Dieser Teil, der warme Mensch neben ihm im Dunkeln, gehört dir, und genau der ist es, der wirklich beruhigt.

Eine ruhigere Schlafenszeit ist keine perfekte. Es sind dieselben paar kleinen Schritte, in derselben Reihenfolge, mit demselben ruhigen Ende, oft genug, dass dein Kind aufhört, sich anzuspannen, und von allein zur Ruhe kommt. Such dir heute Abend eine Reihenfolge aus, halt sie ruhig und vorhersehbar, und lass die Routine die Abende tragen, an denen du es selbst nicht schaffst.

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